Die häufigsten Regeln, gegen die beim Schreiben verstoßen wird, sind folgende:
1.) Ein Beistrich steht zwischen Hauptsatz und Gliedsatz:
Wir gehen nach Hause, weil es zu regnen beginnt. Das Buch, das ich gelesen habe, war nicht spannend.
2.) Ein Beistrich steht zwischen den Gliedern bei einer Aufzählung (wenn diese nicht durch "und" bzw. "oder" verbunden sind; das kann auch eine Hauptsatzreihe sein):
Er war ein aufmerksamer, ehrgeiziger, höflicher Schüler. Im Hotel wohnten Österreicher, Italiener, Franzosen.
3.) Ein Beistrich steht bei der Anrede.
Guten Tag, Herr Lehrer! Lieber Freund, ich schreibe dir...
4.) Ein Beistrich steht bei Empfindungswörtern.
Weitere, häufige Fehlerstellen sind:
Ein Beistrich steht vor entgegengesetzten Konjunktionen wie "aber, sondern, allein, doch, jedoch, vielmehr", wenn sie nicht einen Hauptsatz einleiten.
Sie war ein gute, aber nicht gutmütige Schülerin. Nicht nur der Himmel, sondern auch das Meer war graufarben.
Ein Beistrich kann den erweiterten Infinitiv mit
"zu" abtrennen, das gilt ebenso bei "um zu", "ohne
zu", "anstatt zu".
Der Lehrer bat seinen Kollegen ( , ) ihn zu vertreten. Ohne zu zögern ( , ) sagte dieser zu.
Ein Beistrich kann das erweiterte Partizip vom Satz
trennen. Ist das erweiterte Partizip in den Satz eingeschoben,muss es durch
Kommata abgetrennt werden.
Vor Angst zitternd ( , ) ergriff er ihre Hand. Aber: Der Mann, vor Angst zitternd, ergriff ihre Hand.
Auch der einfache Infinitiv mit "zu" wird durch das Komma vom
Satz getrennt, wenn durch "es" oder ein Verweiswort darauf hingewiesen wird.
Es fällt den Schülern nicht leicht, zu schweigen.
Eine Apposition steht zwischen Beistrichen
Der Händler, ein alter Fuchs, lächelte.
Ein Beistrich
steht vor Wendungen, die mit
"d.h.", "nämlich",
"z.B.", "und zwar" eingeleitet werden.
Werden zwei vollständige Hauptsätze durch „und" bzw. „oder" verbunden, kann ein Beistrich stehen.
Er rief den Soldaten zu, und diese nahmen seine Befehle entgegen.
Er rief den Soldaten zu und diese nahmen seine Befehle entgegen.
© Andreas Deschka