TEXTGRAMMATIK

 

Die Textgrammatik beschreibt die sprachliche/formale Kohäsion (Verbundenheit/Bezogenheit) und die inhaltliche/semantische Kohärenz (Zusammenhang) in einem Text.  


KRITERIEN FÜR TEXTUALITÄT:

 Leitwörter sichern inhaltliche Beziehungen, logische Folgerichtigkeit und Zusammenpassen der Einzelglieder auf Bedeutungs- und Sinnebene gemeinsam mit Pro-Formen und Junktionen

 Referenz: „sachliche“ Richtigkeit einer Aussage; Verweis eines Ausdrucks auf außersprachliche Wirklichkeit

 Intention, Information, Situation, Akzeptanz, Intertextualität, Poetizität


KOHÄRENZSTIFTENDE KRITERIEN:

 

Rekurrenz: Bezugnahme auf bereits Gesagtes, Wiederholung, Wiederaufnahme sprachlicher Einheiten; das strukturbildende Mittel schlechthin; rekurrente Elemente fungieren als Textkonstituenten

 

Paraphrase: Umschreibung von bereits Gesagtem

 

Pro-Formen /Substitutionen (kataphorisch - vorausweisend, anaphorisch - zurückverweisend): Verweisungen stellen eindeutiges Bezugssystem, eindeutige Sinnbeziehungen her; man unterscheidet folgende Kategorien von Pro-Formen:

identisch: ein Mann - der/dieser Mann

semantisch: ein Postbote - dieser Briefträger

logisch: ein Hammer - dieses Werkzeug

ontologisch: Maria Schneider - diese Frau

situationell: Schüssel - der Kanzler

 

Tempus/Modus: Zusammenhänge auf Zeitebene und Aussagewirklichkeit

 

Junktion: Verknüpfung (logisch-semantische Kohärenz) durch kausale, temporale, modale, finale, konsekutive, disjunktive, adversative Konjunktionen


funktionelle Satzperspektive (wo steht etwas im Satz? Thema-Rhema-Gliederung)

 

thematische Progression (Thema ist das, worüber etwas ausgesagt wird; Rhema ist das Neugesagte, die neue Information und kann Thema werden): Entfaltung des Themas durch Zergliederung eines Sachverhalts; Erzählfortschritt; gegliederter Zuwachs an Information; "roter Faden" in der Aussagenfolge

 


LEAD-STIL (im Journalismus):

 Überschrift

 hard news - Wesentliches  (Kopfartikel)

 soft news - Zusatz, Erläuterndes (der eigentliche Artikel)

In einem Text gibt es immer den Zusammenhang zwischen sprachlicher Kohäsion und inhaltlicher Kohärenz. Besonders im Journalismus läuft die Lesermanipulation über die thematische Progression. Diese Faktoren sind bei einer Textanalyse stets zu einzubeziehen.  


© Andreas Deschka

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