
eLC-Tagung Lech - eine Tagung der Superlative
Die Tagung mit der bisher höchsten Teilnehmerzahl von 130 Gästen fand am bisher höchstgelegenen Veranstaltungsort Lech am Arlberg statt. Frühlingshafte Temperaturen und vorbildliche Gastfreundschaft machte es uns leicht, motiviert in und durch diese Veranstaltung zu gehen.

Nach der Begrüßung durch den Initiator und Mentor des Projekts, MR Dr. Christian Dorninger, den eLC-Projektleiter Mag. Christian Schrack und den Organisator vor Ort, Mag. Hubert Egger, boten uns die Moderatoren einen Ausblick auf die Workshops am folgenden Tag.

ePortfolio – Einblick durch Andreas Riepl und Walter Waldner ePortfolio bietet neue und ungeahnte Einsatzmöglichkeiten im Unterricht und als Unterstützung der SchülerInnen bzw. der AbsolventInnen bei Bewerbungen und Präsentationen.
Podcasts im Unterricht – Vorstellung durch Christoph Zimmermann Christoph Zimmermann erzählte uns über seinen persönlichen Einsatz von Podcasts im Unterricht und gab uns einen Vorgeschmack auf einen innovativen neuen Umgang mit diesem unkomplizierten und kreativen Medium.
eLearning Schulpartnerschaft – Andreas Heimerl gab uns einen Eindruck über eine viel versprechende Bereicherung der eLearning-Initiativen durch neue und gemeinsame Wege im Zuge von Schulpartnerschaften.
Social Software – Walter Steinkogler kündigte diesen Workshop für den nächsten Tag an und gab uns erste Einblicke in neue Möglichkeiten zum Einsatz von Social Software im Unterricht.
-------------------------- Dienstag, 17. April 2007 Vier Workshop—Tracks
Ich entschied mich persönlich für die Teilnahme am Workshop Nr. 1 Social Software.
Social Software (Prof. Peter Baumgartner, Donau-Universität Krems), Moderation Walter Steinkogler

War das Internet bisher eher von „fertigen“ kommerziellen Websites geprägt, die meist zu Verkaufs- und Werbezwecken oder zur Präsentation von Information dienten, so entstand in den letzten Jahren eine neue Art des Internet, das „Web2.0“.
Dieses Web2.0 dient nicht mehr ausschließlich kommerziellen Zwecken, sondern vor allem der Kommunikation. Web2.0 wird von den Usern selbst gestaltet. Soziale Software bedeutet die Möglichkeit, mit anderen Personen in Kontakt zu treten, über offene Weblogs und Plattformen, die Menschen mit gemeinsamen Interessen und Themen verbinden. Die User selbst geben Rankings, Beschreibungen und lassen ihre persönlichen Erfahrungen in die Funktionalität einfließen. Ständige Verwendung und Weiterentwicklung bedeuten aber, dass sich dieses Web2.0 eigentlich in einem permanenten Beta-Stadium befindet.
>> http://www.web2null.de/ >> http://www.oreilly.de/topics/web20_about.html
Vormittags brachte uns unser eLC-Kollege Walter Steinkogler grundsätzliche Informationen und Fakten zum Web2.0 und zu Social Software nahe, wobei wir hier in Arbeitsgruppen zu Artikeln zu Web2.0 Stellung nehmen sollten. Ich durfte mit zwei Kolleginnen den Artikel „The amorality of Web 2.0“ besprechen.
>> http://www.roughtype.com/archives/2005/10/the_amorality_o.php
Unser persönliches Resümee: - Zugang zu Wissen muss frei sein und bleiben, auch wenn dies mit Gefahren verbunden ist (Möglichkeiten des Missbrauchs, unzuverlässige Quellen, etc.) - Zu Moral oder Amoral: Verführung hat es immer und in jeder Form gegeben. Freiheit konnte immer schon missbraucht werden. Den Zugang zum Web für Jugendliche und SchülerInnen deshalb zu verbieten oder einzuschränken, scheint uns nicht zielführend. - Man sollte alles relativieren – das Web funktioniert nur, solange es Strom und intakte Leitungen gibt. Wir alle wissen, wie verletzlich unsere Systeme tatsächlich sind. - Für den Unterricht gilt: den SchülerInnen muss das Bewusstsein vermittelt werden, dass im Internet Quellen unterschiedlicher Zuverlässigkeit und Qualität zu finden sind. Diese zu erkennen und zu unterscheiden ist ein wichtiger Auftrag für die Unterrichtenden. Die Fähigkeit zu selektivem und umsichtigem Umgang mit grenzenlosem Wissen und unerschöpflicher Informationsfülle muss den SchülerInnen vermittelt werden.
Am Nachmittag nahm Prof. Peter Baumgartner (Donau-Universätit Krems) dann zu den neuen Möglichkeiten Stellung, die uns Social Software bieten kann. Über Betrachtungen von Lehre I – III (I Faktenwissen – Transfer, II Verfahren – Tutor, III Sozial – Coach), über die Lego-Metapher (Content-Bausteine müssen variabel sein, auch Lego hat mehrere Grundelemente, die nur in Kombination sinnvoll werden) führte uns Prof. Baumgartner an den Begriff des didaktischen Design heran. Dann ging es in die Praxis: in einem turbulenten Workshop bekamen wir in kleinen Arbeitsgruppen die heikle Aufgabe, zu bestimmten didaktischen Modellen eLearning-Szenarien zu entwickeln, die die TeilnehmerInnen einander dann gegenseitig im Sinne der „Kugellager-Methode“ vorstellten. Der Nachmittag verlief entsprechend sowohl kurzweilig als auch lehrreich.
-------------------------- Mittwoch, 18. April 2007
Bei der Abschlussveranstaltung im Plenum wurden die einzelnen Workshops nochmals zusammengefasst und konkrete Ergebnisse präsentiert.

Während Gabriele Jauk über die neue Pionierphase des Web2.0 berichtete und unsere Visionen und Befürchtungen nochmals in Worte fasste, gaben uns Eva Dousset und Andreas Heimerl einen Überblick über die mögliche Bereicherung, die Schulpartnerschaften für den Unterricht bringen können.
Hubert Egger und Margarita Kath berichteten über die unterschiedlichen Arten von ePortfolios und die damit verbundenen Möglichkeiten des Einsatzes und der individuellen Nutzung und präsentierten das ePortfolio-Modul für Moodle, das Andreas Riepl entwickelt hat.
Christoph Zimmermann und Sandra Schreiner erzählten uns nicht nur von unzähligen und angeahnten Einsatzmöglichkeiten von Podcast im Unterricht, sondern präsentierten uns auch konkrete im Workshop entstandene Arbeiten, die viel Humor, Kreativität und Sachkenntnis der TeilnehmerInnen bewiesen.
>> http://www.podcast.de/ >> http://www.apple.com/itunes/store/podcasts.html >> http://www.podcast.net/
>> http://podcast24.de/ >> http://www.schulpodcasting.info/
>> http://web.mac/christophzimmermann
Die Verteilung der Publikation „Konstruktivismus in der Berufsbildung“ (Kugler, Schrack, Gröstenberger, Dorninger, Verlag Jugend und Volk, Hrsg. bm:ukk)) rundete diesen Teil der Veranstaltung ab.
Prof. Peter Baumgartner brachte nochmals die neuen Chancen von Web2.0 und Social Software dem gesamten Plenum nahe.
MR Mag. Helmut Stemmer verglich die Arbeit der eLearning-Unterrichtenden mit den seinerzeitigen Pionieren, die den Westen der heutigen USA besiedelten. Mit dem Motto „Wenn wir als Pioniere des eLearning zurückblicken, sollten wir nachsehen, wer uns folgt“ wies er uns auf die Notwendigkeit, die Idee es eLearning weiter zu verbreiten und möglichst viele InteressentInnen und MitstreiterInnen auf diesem Wege zu finden.
MR Dr. Christian Dorninger fasste die Bedeutung von eLearning, die Notwendigkeit neuer Wege und einer Verbreitung und Fortsetzung der Innovationen im Unterricht für uns in Rückblick auf das Projekt und Vorausschau auf neue Wege zusammen.
Wir danken den Kollegen Hubert Egger und Robert Lorenz für die perfekte Organisation, dem PIB Vorarlberg für die Unterstützung und Gastfreundschaft und Christian Schrack als Leiter des eLC für das abwechslungsreiche und informative Tagungsprogramm.
Fotos: Schrack, Egger. Text: Ruth Sattler
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