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eLearningCluster
Allgemeine Informationen zum Projekt eLearningCluster
| Acht Ziele für e-Learning- Schulen | Qualitätskriterien von eLearning-Unterrichtssequenzen | Das Projektteam | Die ClusterleiterInnen
Changemodelle für e-Learning-Cluster
Lehr- und Lernformen brauchen beim Übergang zur Wissensgesellschaft entsprechende Rahmenbedingungen, um sich entfalten zu können und den aktuellen Einflüssen wie der Individualisierung des Lernprozesses, mehr Selbststeuerung der Lernenden oder dem elektronisch gestütztes Lernen (e-learning, in seiner gemilderten Form blended learning) Raum zu verschaffen. Dabei sind Einflüsse auf europäischer Ebene (z.B. die Lissabonbeschlüsse eEurope 2000, Juni 2000 oder die 5 Benchmarks for Education and Training Systems in Europe to 2010, EU-Kommission, COM (2002) 629, November 2002) genau so wesentlich wie die alten nationalen Bedingungen des Aufbaus des österreichischen Bildungssystems und deren historischen Charakteristika (starke Gliederung, frühe Selektion, tendenziell unterschiedliche Schulformen und Bildungsziele für Mädchen und Burschen, u.a.). Vor allem die Weiterentwicklung von Kollaborationsideen (siehe unten e-learning Cluster) in Kooperation mit mittel- und osteuropäischen Staaten erscheint hierbei besonders interessant.
Fokus aller Entwicklungen der letzten Jahre war, den Lernenden in den Mittelpunkt zu stellen (vom Vermittlungs- zum Problemlöseparadigma; pädagogischer Konstruktivismus, selbstorganisiertes oder selbstbestimmtes Lernen, persönliche Lernziele der Schüler/innen; neue Deutung reformpädagogischer Konzepte der 20er und 70er Jahre wie Daltonplan oder die Freinetsche Erlebnispädagogik, Medienlernen in vielen neuen Ausprägungen) und die Lernprozesse nicht nur an die Person des Lehrers, sondern an Arbeitsumgebungen, wo (ungezwungenes) Lernen stattfinden kann, zu binden.
Die Vielfalt der Anforderungen von Non-Profit-Märkten und der Gesellschaft, die Möglichkeiten des Wissens- und Informationserwerbes, Globalisierung und steigende Bedeutung regionaler Handlungskompetenz können nur dann erfolgreich bewältigt werden, wenn das Unternehmen Schule sich radikal den Veränderungen stellt und eine professionelle Change-Management Performance erlernt. Dazu ist eine begleitende offensive Transformationskultur top-down zu entwickeln. Der Erfolg kann letztendlich nur am Kunden (Schulpartner und Stakeholder der Schule) und thematisch am Kerngeschäft (der Organisation des Lernprozesses aller Stakeholder) gemessen werden.
Aus diesen Ansätzen wurde für die österreichischen weiterführenden Schulen (allgemeinbildende, technische, kaufmännische, wirtschaftliche und Tourismusschulen) ein Modell geschaffen, das ein Entwicklungsprogramm an den Schulstandorten mit einer regionalen Schwerpunktbildung verbinden (e-Learning-Schulcluster).
Acht Ziele für e-Learning- Schulen
Eine e-Learning-Schule in diesem Cluster muss 8 Ziele erfüllen und mittelfristig in ihrem Schulprogramm verankern Clusterschulen (K.Cortolezis-Schlager, K.Schubert, 8 Thesen zum Aufbau einer e-Learning-Clusterschule, Wien.2002); d.h. die Teilnahme am Clusterprojekt ist an die folgenden kritischen Erfolgskriterien gebunden (das Projekt läuft vorerst vom September 2002 bis zum August 2004):
1. Jede/r SchülerIn wird im Projektzeitraum e-Learning-Sequenzen im Unterricht ausprobieren.
Erfolgreiche Transformation der Schule muss sich im Unterricht widerspiegeln. Der erste Veränderungsparameter setzt daher direkt bei den Schülern im Unterricht an. Pädagogischer Hintergrund dieses ersten Zieles ist die Erfahrung, dass sich jeder Lernende selbst ein Bild von seinen ganz persönlichen Möglichkeiten machen muss, von elektronisch unterstützten Lernumgebungen profitieren zu können (oder auch nicht). Diese Reflexionsbasis an Hand von Unterrichtssequenzen im Fachunterricht muss daher allen Schülern zumindest im Rahmen der Oberstufenausbildung angeboten werden.
2. Eine Mehrheit der Lehrenden hat Erfahrungen mit e-Learning-Sequenzen im eigenen Fach gesammelt und diese Erfahrungen allen KollegInnen der Fach- und Klassenlehrerteams zur Verfügung gestellt.
Dieser Veränderungsparameter spiegelt die Durchlässigkeit des Transformationsprozesses bis zu den Lehrenden wider. Ziel ist, eine qualifizierte Mehrheit von Lehrenden an einem Standort für die Ziele des e-Learning-Einsatzes zu gewinnen. Transformation im Sinne von an die Wurzeln gehend bedeutet allerdings, dass alle im System Schule sich mit den neuen Anforderungen beschäftigen müssen. Erst dadurch ist gewährleistet, dass auch alle Schüler die Ergebnisse bei ihren Arbeiten bemerken und davon profitieren.
3. Die Fachgruppen und Klassenlehrerteams erproben gemeinsam und aufeinander abgestimmt die Chancen, Möglichkeiten und Grenzen von e-Learning im Unterricht.
Dieser Parameter misst die Team-Performance. E-learning fördert und fordert die Zusammenarbeit der Lehrer auf Klassen- und Fachebene. Dies kann einerseits durch professionelle Organisationsumgebungen wie Lernplattformen zeit- und ortsunabhängig erfolgen, andererseits sind die neuen Entwicklungen so umfassend, dass nur durch Teamarbeit wirkliche Innovationen im Unterricht realisiert werden können. Bei der Erstellung von e-Content und Unterrichtssequenzen ist ein hohes Maß an Kooperation der Lehrenden erforderlich.
4. Die Modellschulen entwickeln miteinander im Cluster konkrete Modelle zur Erprobung von e-Learning-Sequenzen im Unterricht und stellen ihre Erfahrungen allen zur Verfügung.
Auch auf Schul(management)ebene sind neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Der Bildungscluster stellt den organisatorischen Rahmen dieser fach- und schulartenübergreifenden Kooperation zur Verfügung.
5. Das Schulprogramm (kurz- und mittelfristige Schulziele und Umsetzungsmaßnahmen) bezieht die Erkenntnisse über e-Learning laufend in die Gestaltung des Schulalltages ein.
Um von einmaligen Transformationsprozessen in eine kontinuierliche Alltagshandlung zu kommen, ist es erforderlich, dass eine e-Learning-Organisation im Schulprogramm verankert wird. Das Schulprogramm schafft die Basis für die operative jährliche Zielplanung und Zielüberprüfung am Schulstandort. Dabei sind Innovationen in der Lernorganisation in das Schulprogramm zu integrieren und in einem Jahresprogramm zu verankern. Nur dadurch ist vom Managementansatz her gewährleistet, e-Learning-Prozesse nicht als Eintagsfliege, sondern als gelebte Alltagsroutine erscheinen zu lassen.
6. Der Schulleitung ist die Erprobung von e-Learning im Unterricht ein wichtiges Anliegen. Das Projekt hat hohe Priorität im Schulalltag.
Professionelle Führung entscheidet letztendlich bei Veränderungsprozessen über Erfolg und Nichterfolg: In der Evaluierung der e-Learning-Notebook-Klassen zeiget sich, dass Standorte nur mit einer Schulleitung, die eine starke Unterstützung derartiger Projektes kundtut, letztlich zu flächendeckenden Innovationen gelangen können.
7. Es gibt eine Steuerungsgruppe, die die e-Learning-Contententwicklungen und Erprobung im Unterricht koordiniert und aufeinander abstimmt.
Die Schulleitung ist für sehr viele Managementaufgaben gleichzeitig verantwortlich und hat derzeit an Österreichs Schulen wenig Möglichkeiten, auf eine mittlere Führungsbene zu delegieren. Um eine breite Involvierung des Lehrerkollegiums einer Schule in e-Learning-Projekte sicherzustellen, braucht es am Standort eine projektbegleitende Managementorganisation.
8. Die Schule bietet ihren Schülern (freiwilliges Angebot) mindestens ein über den europäischen Computerführerschein hinausgehendes IT- oder e-Learning-Zertifikat an.
Der Schulstandort muss im Sinn einer Begabungsförderung den Schülern auf freiwilliger Basis praxisnahe IT-Abschlüsse anbieten. Dadurch wird auch gewährleistet, dass die Realität der Wirtschaftspraxis an e-Learning-Schulen sehr konkret umgesetzt wird. Typische IT-Zerifikate sind bescheinigte Kenntnisse in den Bereichen ECDL-Advanced (Computerführerschein für Fortgeschrittene), Netzwerktechnik, Netzwerkbetriebssysteme, ERP-Betriebswirtschaftssoftware, bescheinigte Kenntnisse im Open-Source- (LINUX) -Bereich, Kenntnisse über Scriptsprachen (JAVA,..) oder Lernplattformen, Hardwarespezifika. Je internationaler die Bescheinigung anerkannt wird, desto mehr Vorteile für die Schüler und Lehrer!
Das grundsätzliche Ziel des Programms ist die Möglichkeit für jede/n SchülerIn, den persönlichen Lern- und Arbeitsstil hinsichtlich von erweiterten Möglichkeiten des elektronisch unterstützten Lernens (Weblektionen, Webquests, Fragemodelle, Simulationen) zu überprüfen und zu entwickeln. Die Clusterstruktur hilft beim Austausch von Konzepten und Erfahrungen bei der Entwicklung von e-Learning-Arbeitsformen im Unterricht.
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Qualitätskriterien von eLearning-Unterrichtssequenzen
1. Aufbau einer eLearning-Unterrichtssequenz (Mindeststandard)
Der Aufbau einer eLearning-Unterrichtssequenz beinhaltet mindestens folgende Bereiche:
1. Metadaten: Klassifikation nach Gegenstandsbereich und Ausbildungsebene
Eine klare Klassifikation der Inhalte von elektronischem Content ist notwendig für die Aufnahme in diverse Contentpools. Für die Beschlagwortung einer eLearning-Unterrichtssequenz wird daher folgende Metadatenspezifikation vorgegeben:
Gegenstandsbereiche:
Sachunterricht (soweit relevant); Religion; Deutsch; Sprachen; Geschichte und politische Bildung; Geografie; Philosophie und Psychologie; Mathematik; Naturwissenschaften (inklusive Medizin); Volkswirtschaft und Recht; Sport; Kunst und Kreativität; Betriebswirtschaft; Informatik und Office-Management; Fachtheorie und Fachpraxis; Sonstige
Ausbildungsebenen:
Elementarbildung (Volks- und Sonderschulen), der Sekundarstufe I (Hauptschule, AHS-Unterstufe, u. a.), der Sekundarstufe II (Oberstufenformen einschließlich Berufsschulen) und der Postsekundarausbildungen (Akademien, teilw. Kollegs oder postsekundäre Lehrgänge)
2. LehrerInneninformation
Die LehrerInneninformation enthält methodisch-didaktische Hinweise, Lösungsvorschläge, Erfahrungen, Variationen, Hinweise zum eventuellen modularen Aufbau, zu LehrerInnenaktivitäten, zur Lernorganisation usw. und deckt folgende Bereiche ab:
2.1. Lehr- / Lernziele
2.2. Voraussetzungen, Vorwissen, Zielgruppe
2.3. Unterrichtsplan, Arbeitsplan, Zeitleiste (grob und fein)
3. Lehrstoff
Der Lehrstoff enthält die für die Abwicklung des Unterrichtsplans erforderlichen elektronischen Arbeitsmaterialien (z. B. Powerpoint-Folien, PDF-Files, Links, Multimediale Programme, Musterbeispiele, Simulationen u. ä.) und deckt folgende Bereiche ab:
3.1. Einstieg
3.2. Materialien
3.3. Anwendungsbeispiele
4. Aufgabenstellungen und Übungen
5. Leistungsbewertung
Methoden (z. B. Tests, Rückmeldung, Beobachtung, Portfolio u. ä.) und Hinweise (Kriterien) zur Leistungsbewertung
2. Kontext einer eLearning-Unterrichtssequenz (Mindeststandard)
Qualitätskriterien einer eLearning-Unterrichtssequenz können in verschiedenen pädagogischen Anwendungen unterschiedlich interpretiert und gewichtet werden. In jedem Fall soll eine eLearning-Unterrichtssequenz
interaktives Lernen ermöglichen (Interaktivität),
das individuelle Lerntempo des Lernenden unterstützen (Adaptivität),
aktuell sein (Aktualität),
eine ansprechende Animation haben (Animationsgrad),
innovativ sein (Innovation),
rechtskonform sein (Rechtskonformität siehe Erlass GZ.629/1-III/03) und
Lehrplanbezug aufweisen.
3. Kontext einer eLearning-Unterrichtssequenz (Add-on)
Weitere Kriterien, die wesentlich zur Qualität einer eLearning-Unterrichtssequenz beitragen können, sind:
hohe BenutzerInnenfreundlichkeit,
geringer Installationsaufwand,
ansprechendes Design,
Varianten bzw. modularer Aufbau,
Differenzierung in Kernbereich und Erweiterungsbereich,
Dokumentenpool,
Evaluationsmöglichkeit zur eLearning-Unterrichtssequenz,
Methodenvielfalt,
mehrmaliger Sozialformenwechsel und
Medienvielfalt.
4. Definition: eLearning-Unterrichtssequenz
Laut Erlass: Elektronischer Content für Österreichs Schulen GZ 629/1-III/03 vom 22. August 2003 (siehe www.bmbwk.gv.at _ IT-Angebote _ IT-Qualifikationen _ Umgang mit neuen Medien) ist eine eLearning-Unterrichtssequenz die umfangreichste Ausprägung und am höchsten entwickelte Stufe der eContent-Entwicklung. Sie definiert sich über die Entwicklungsstufen Lernobjekt _ Lernmodul _ Lerneinheit _ Unterrichtssequenz.
Die eLearning-Unterrichtssequenz
ist thematisch in sich geschlossen,
unterstützt die Unterrichtsführung mit elektronischen Medien im Sinne des Blended Learnings (Verbindung von Präsenzunterricht und Online-Phasen) über einen längeren Zeitraum (drei bis vier Wochen bis ein Semester),
macht eigenverantwortliches Lernen der SchülerInnen möglich,
beinhaltet eine Unterrichtsevaluationsmöglichkeit und
ermöglicht die Überprüfung des Lernfortschritts der SchülerInnen.
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Projektteam:
Dr. Christian Dorninger
Mag. Jürgen Horschinegg
Mag. Katharina Cortolezis-Schlager
MMag. Karin Schubert
Mag. Christiane Schnalzer
Mag. Christian Schrack
LeiterInnen in den Bundesländern (Stand 2/2004)
Burgenland: Mag. Heinz Josef Zitz, HAK Neusiedl
Kärnten: Mag. Gert Steinthaler, HLW Villach
Niederösterreich: Dipl.-Ing. Hermann Binder, HTL St. Pölten
Oberösterreich: Mag. Wilfried Nagl, LSR für OÖ
Salzburg: Mag. Walter Steinkogler, BF f. Berufstätige Salzburg
Steiermark: Mag. Reinhard Kattnis, BHAK Graz-Grazbachgasse
Tirol: Mag. Andreas Heimerl, Tiroler Bildungsservice
Vorarlberg: Mag. Hubert Egger, PIB Feldkirch
Wien: Mag. Silvana Rameder, PIB-Wien
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>> zum Download eLC Info-Folder und Broschüre >> nach oben
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